Fiambala klingt nicht nur gut, sondern dieser kleine Ort in der Wüste aus Steinen und Sand ist eine Oase der Erholung. Aus einer Felsenschlucht oberhalb des Ortes sprudelt nämlich 51°C heißes Wasser und fließt durch natürliche Becken bis es sich beim letzten auf 37°C abgekühlt hat. Man hat die Möglichkeit, sich ab 8 Uhr, 14 Uhr oder 20 Uhr für 5 Stunden “kochen” zu lassen. Noch im Dunkeln fuhren wir die 15 Kilometer bergauf und standen zur Verwunderung der Eingangskontrolle samt seiner beiden Hunde schon 10 Minuten vor der Zeit an der Schranke.
Die erste Viertelstunde hatten wir das gesamte Bad für uns allein.
Pünktlich um 13 Uhr wurden alle Besucher aufgefordert, das Bad zu verlassen.
und wissen, dass es in Buenos Aires ein Stadtviertel Quilmes gibt. Aber dass die Quilmes die letzten Ureinwohner im Calchaquistal waren, die gegen die Spanier kämpften und 1665 endgültig den Kampf verloren, erfuhren wir, als wir die Ruinen von Quilmes besichtigten.
2000 Stammesmitglieder wurden gefangen genommen und nach Quilmes deportiert. Den 1200 Kilometer langen Marsch überlebten nur ca. 400 von ihnen. Die Quilmes waren sozial und wirtschaftlich sehr gut organisiert. Die Siedlung, aus dem 10.Jahrhundert, die terrassenförmig angelegt ist, sieht ein bisschen aus wie die Inkasiedlung am Machu Picchu.
Zu Hochzeiten lebten hier ca. 4000 Menschen. Sie kämpften gegen die Inkas und verloren gegen die spanischen Eroberer. Heute leben einige Nachkommen der Quilmes im Bereich der archäologischen Stätte.
Die Provinz Salta liegt ganz im Norden von Argentinien und ist von landwirtschaftlichen Gegensätzen geprägt. Wir lassen uns Zeit. Vielleicht ist es ja der letzte Höhepunkt unserer Reise. Die Andendörfer Humahuaca, Purmamarca und Tilcara sind hübsch anzusehen
und leben hauptsächlich vom Tourismus und dem Verkauf von Kunsthandwerk.
Neben den traditionellen Osterprozessionen wird viel musiziert
und wir probieren landestypisches Essen aus. Tamales, in Maisblätter gewickelten Maisbrei und Humintas, Maisbrei mit Hackfleisch.
Es gibt in dieser Gegend Berge mit 7 und sogar mit 14 Farben.
Auf dem Weg nach Salta fahren wir dann plötzlich durch Regenwald. Die Straße ist maximal 4 Meter breit und sehr kurvig.
Zum Glück ist sie nicht für LKW’s zugelassen. Gewandert wurde natürlich auch.
Die Stadt Salta hat eine riesige Kathedrale. Der Altar ist beeindruckend. Es gibt kein Foto, da gerade die Ostermesse stattfand.
Und wieder geht es auf einer kurvenreichen Strecke über einen 3500 m hohen Andenpass. Wir loben unseren “Hallunken”!
Nach dem Pass beginnt der Nationalpark “Los Cardones” mit den bis zu 10 Meter hohen Kandelaber-Kakteen, die schon mal 250 Jahre alt werden können.
Von Cachi aus fahren wir 168 Kilometer die legendäre “Ruta 40” nach Süden. Auf der unbefestigten “Straße” rattern wir mit maximal 30 km/h durch das Calchaquis-Tal dahin. Aber es gibt ja viel zu sehen. Grüne Täler, raue wilde Berge, verschlafene Städtchen mit weißen Kirchen und sehr einfache Adobe-Lehmhäuser.
An den Hängen des Calchaquis-Tales wird Wein bis zu einer Höhe von 2650 m angebaut. Es ist neben Mendoza das zweitgrößte Weinbaugebiet Argentiniens, aber das höchstgelegene der Welt. Unsere Ladekapazitäten im Wohnmobil sind leider sehr beschränkt, so dass wir ein paar Fläschchen gleich vor Ort probiert haben.
Die Salinas Grandes sind die bekanntesten Salzseen Argentiniens. Sie liegen in 3450 m Höhe und gehören zu den 7 Naturwundern des Landes. Die Salzfläche ist endlos, absolut eben und das gleißende Weiß schmerzt in den Augen.
Das Salz hat ein Bienenwabenmuster.
Die indigenen Gemeinschaften gewinnen hier das Salz auf traditionelle und kooperative Weise in Kristallisationsbecken.
Und jetzt zurück zur Überschrift. Für nur 3 € pro Person spazierten wir mit einer Führerin übers Salz. Dann zauberte sie aus ihrem Rucksack diverse Utensilien und machte mit unserem Handy diese Fotos:
Woher kommt das viele Salz? Alles Salz stammt ursprünglich aus dem Meer. Die Vulkantätigkeit der Anden trennte vor Millionen von Jahren das Meer ab. Das Schmelzwasser der Anden spülte das Salz in die Senken. Die Salare, die Salzseen entstanden.
Nach 5 Tagen in San Pedro de Atacama hieß es Abschied nehmen von dem uns sehr sympatischen Land Chile. Der Jamapass mit 4831 m Höhe ist eine der höchsten asphaltierten Fernstraßen in Südamerika. Nach der letzten Reparatur an unserem Auto (Dieselpartikelfilter) waren unsere Gefühle gemischt.
Aber unser “Hallunke” machte es mit Bravour. Die 280 Kilometer auf der Passstraße waren ein tolles Erlebnis mit einzigartigen Landschaften, tollen Farben und Vicuñaherden.
Eine kleine Tierkunde am Rand: Vicuñas, Guanokos, Lamas und Alpakas gehören zur Familie der Kamele. Während Lamas und Alpakas gezüchtete Haustiere sind, leben Guanakos und Vicuñas in Freiheit. Letztere in Höhen bis zu 5500 m Seehöhe.
Was sie da zu fressen finden, ist uns unklar. Da gibt es nämlich augenscheinlich nichts.
Die Fellfasern von Vicuñas sind feiner als Seide und für einen Pullover muss man ca. 4000 Euro locker machen. Das gibt unsere Reisekasse wohl nicht her! So ein Tag ist dann auch schnell vorbei und so stellten wir uns für Nacht vor die Polizeistation des argentinischen Bergdorfs Susques, auch das Tor zu den Anden genannt.
Auf ca. 4000 m Höhe haben wir leider nicht so gut geschlafen.
Eine Tour zum Valle de la Luna, dem Mondtal, ist für die meisten Touristen, die sich in San Pedra de Atacama aufhalten, Pflicht. Dabei kann man mit dem eigenen Auto fahren, sich einer geführten Tour anschließen oder Fahrräder ausleihen. Wir besorgten uns schon am Vorabend Mountainbikes, damit wir wegen der großen Hitze schon früh starten konnten.
Nach knapp 30 Minuten erreicht man den Eingang zum Nationalpark. Ausgestattet mit einem Plan, Hinweisen vom Ranger und natürlich mit viel Wasser und Sonnencreme ging es 11 km auf Schotter-Sand-Steinpiste bergan.
Wir entschieden uns dafür, erst einmal bis zum Ende de Tals zu fahren, um dann auf dem Rückweg zu den 4 Aussichtspunkten zu wandern.
Fazit: Das Valle de la Luna hat seinen Namen zurecht verdient.
Die geplante Radtour zum “Garganta del Diablo” (Teufelskehle) am nächsten Tag wurde wegen Überbeanspruchung unserer Hinterteile einstimmig abgewählt.
Eine geführte Tour kann manchmal auch ganz entspannt sein. Abholung um 4:30 Uhr ist natürlich der Härtefall. Dafür waren wir wirklich bei Sonnenaufgang am “El Tatio” Geysir, dem höchsten Geysirfeld der Welt auf einer Höhe von 4600 m. Hohe Wasserfontänen wie im Yellowstone NP gibt es hier nicht zu bewundern. Aber bei -5 °C Außentemperatur waren die Geysire überall am dampfen.
Zwei kleine Episode: Bis zu Corona gab es hier oben auch ein natürliches Thermalbecken.
Bei Wasseruntersuchungen in dieser Zeit stellte man jedoch fest, dass die Mikroorganismen im Wasser gesundheitsschädigend sind. Die Therme ist seitdem geschlossen. In den letzten Jahren gab es hier trotzdem 6 Todesfälle: 3 Selfie-Touristen fielen in das kochende Wasser und 3 andere erlitten einen Herzanfall.
In der Lagune Cejar 18 km südlich von San Pedro de Atacama, kann man baden wie im Toten Meer, nur dass man dabei auf die Anden schaut, die hier knapp 6000 m hoch sind. Die Besucherzahl ist begrenzt. Man bucht seinen Slot im Internet. Wir hatten unseren Badetermin für 11 Uhr ausgewählt. In der Nacht ist es nämlich mit Temperaturen um 5°C schon sehr kühl. Wenn hingegen die Sonne scheint, ist es recht heiß und das Baden, eher Liegen in der Lagune, angenehm frisch.
Duschen gab es nach dem Baden auch. Allerdings waren nur 30 Sekunden Duschzeit pro Person vorgesehen.
Auf dem Weg nach Chacabuco hielten wir kurz an diesem Kunstwerk “Mano de desierto Atacama” an. Bemerkenswerterweise stand an der Einfahrt ein Eisverkäufer mit einer Kühltasche und so schleckten erst einmal ein Eis.
Chile hatte bis in die 1930er Jahre die Monopolstellung bei der Salpeterförderung in der Welt. Die Herstellung von künstlichem Nitrat durch deutsche Chemiker, infolge des Handelsembargos nach dem 1.Weltkrieg, führte zum Zusammenbruch der Salpeterindustrie. Wo zu Zeiten des Salpeter-Booms in der Atacamawüste sogenannte “Oficinas”, Wüstenstädte standen, in denen bis zu 10000 Tagelöhner arbeiteten und wohnten, stehen heute nur noch Ruinen.
Eine solche Geisterstadt “Oficina Chacabuco”, heute Museum, besuchten wir und konnten dort auch gleich in unserem Camper übernachten.
Dampferzeugung, der Brennstoff musste von weither herangefahren werdenStromerzeugungTheater, Kino, Kultursaal
befindet sich auf dem Cerro Paranal (2635 m) in der Atacamawüste in Chile.
Der meist wolkenfreie Standort ermöglicht an mehr als 300 Tagen im Jahr die Himmelsbeobachtung. Die Luft ist trocken und es herrscht eine ruhige Luftströmung. Insgesamt gibt es 9 Teleskope: 5 größere, 4 kleinere und ein Rechenzentrum. In diesem werden die riesigen Datenmengen verarbeitet.
Die 5 großen Teleskope können gleichzeitig zur Beobachtung eines Objektes genutzt werden.
Dabei erhöht sich die Auflösung um das 25-fache! Der Spiegeldurchmesser des größten Teleskops beträgt 8,20 m. Der bewegliche Teil wiegt über 420 t und kann vibrationsfrei horizontal und vertikal bewegt werden.
Das ist notwendig, da es bis zu 1 Stunde dauert, bis die notwendige Lichtmenge “eingefangen” wird und da sich die Erde in dieser Zeit um ihre Achse weiterdreht. Die durch die Erdanziehung beim Schwenken auftretende Verbiegung des Spiegels wird durch mechanische Tastfinger korrigiert.
Die Geräte sind so empfindlich, dass schon das Einschalten eines Handydisplays in der Nähe der Teleskope die Beobachtung negativ beeinträchtigt. Das Dach des Hotels “La Residencia” auf dem Gelände wird deshalb abends vollautomatisch abgedunkelt.
Ein paar Kilometer weiter, auf dem Cerro Armazones, wird zur Zeit das ELT (Extra Large Telescop) mit einem Spiegeldurchmesser von 39 m gebaut. Die Baukosten betragen ca. 1,1 Milliarden Euro!
PS: Diese beiden aus den USA stammenden Steine gehören hier nicht hin. Sie sind Requisiten für die Filmaufnahmen des James Bond Films “Ein Quantum Trost”. Der Rücktransport in die Vereinigten Staaten war zu teuer und so ließ man sie als Geschenk zurück.
Den ESO-Hauptsitz in Garching bei München kann man besuchen, ohne nach Südamerika reisen zu müssen!