Die Salinas Grandes sind die bekanntesten Salzseen Argentiniens. Sie liegen in 3450 m Höhe und gehören zu den 7 Naturwundern des Landes. Die Salzfläche ist endlos, absolut eben und das gleißende Weiß schmerzt in den Augen.
Das Salz hat ein Bienenwabenmuster.
Die indigenen Gemeinschaften gewinnen hier das Salz auf traditionelle und kooperative Weise in Kristallisationsbecken.
Und jetzt zurück zur Überschrift. Für nur 3 € pro Person spazierten wir mit einer Führerin übers Salz. Dann zauberte sie aus ihrem Rucksack diverse Utensilien und machte mit unserem Handy diese Fotos:
Woher kommt das viele Salz? Alles Salz stammt ursprünglich aus dem Meer. Die Vulkantätigkeit der Anden trennte vor Millionen von Jahren das Meer ab. Das Schmelzwasser der Anden spülte das Salz in die Senken. Die Salare, die Salzseen entstanden.
Nach 5 Tagen in San Pedro de Atacama hieß es Abschied nehmen von dem uns sehr sympatischen Land Chile. Der Jamapass mit 4831 m Höhe ist eine der höchsten asphaltierten Fernstraßen in Südamerika. Nach der letzten Reparatur an unserem Auto (Dieselpartikelfilter) waren unsere Gefühle gemischt.
Aber unser „Hallunke“ machte es mit Bravour. Die 280 Kilometer auf der Passstraße waren ein tolles Erlebnis mit einzigartigen Landschaften, tollen Farben und Vicuñaherden.
Eine kleine Tierkunde am Rand: Vicuñas, Guanokos, Lamas und Alpakas gehören zur Familie der Kamele. Während Lamas und Alpakas gezüchtete Haustiere sind, leben Guanakos und Vicuñas in Freiheit. Letztere in Höhen bis zu 5500 m Seehöhe.
Was sie da zu fressen finden, ist uns unklar. Da gibt es nämlich augenscheinlich nichts.
Die Fellfasern von Vicuñas sind feiner als Seide und für einen Pullover muss man ca. 4000 Euro locker machen. Das gibt unsere Reisekasse wohl nicht her! So ein Tag ist dann auch schnell vorbei und so stellten wir uns für Nacht vor die Polizeistation des argentinischen Bergdorfs Susques, auch das Tor zu den Anden genannt.
Auf ca. 4000 m Höhe haben wir leider nicht so gut geschlafen.
Eine Tour zum Valle de la Luna, dem Mondtal, ist für die meisten Touristen, die sich in San Pedra de Atacama aufhalten, Pflicht. Dabei kann man mit dem eigenen Auto fahren, sich einer geführten Tour anschließen oder Fahrräder ausleihen. Wir besorgten uns schon am Vorabend Mountainbikes, damit wir wegen der großen Hitze schon früh starten konnten.
Nach knapp 30 Minuten erreicht man den Eingang zum Nationalpark. Ausgestattet mit einem Plan, Hinweisen vom Ranger und natürlich mit viel Wasser und Sonnencreme ging es 11 km auf Schotter-Sand-Steinpiste bergan.
Wir entschieden uns dafür, erst einmal bis zum Ende de Tals zu fahren, um dann auf dem Rückweg zu den 4 Aussichtspunkten zu wandern.
Fazit: Das Valle de la Luna hat seinen Namen zurecht verdient.
Die geplante Radtour zum „Garganta del Diablo“ (Teufelskehle) am nächsten Tag wurde wegen Überbeanspruchung unserer Hinterteile einstimmig abgewählt.
Eine geführte Tour kann manchmal auch ganz entspannt sein. Abholung um 4:30 Uhr ist natürlich der Härtefall. Dafür waren wir wirklich bei Sonnenaufgang am „El Tatio“ Geysir, dem höchsten Geysirfeld der Welt auf einer Höhe von 4600 m. Hohe Wasserfontänen wie im Yellowstone NP gibt es hier nicht zu bewundern. Aber bei -5 °C Außentemperatur waren die Geysire überall am dampfen.
Zwei kleine Episode: Bis zu Corona gab es hier oben auch ein natürliches Thermalbecken.
Bei Wasseruntersuchungen in dieser Zeit stellte man jedoch fest, dass die Mikroorganismen im Wasser gesundheitsschädigend sind. Die Therme ist seitdem geschlossen. In den letzten Jahren gab es hier trotzdem 6 Todesfälle: 3 Selfie-Touristen fielen in das kochende Wasser und 3 andere erlitten einen Herzanfall.
In der Lagune Cejar 18 km südlich von San Pedro de Atacama, kann man baden wie im Toten Meer, nur dass man dabei auf die Anden schaut, die hier knapp 6000 m hoch sind. Die Besucherzahl ist begrenzt. Man bucht seinen Slot im Internet. Wir hatten unseren Badetermin für 11 Uhr ausgewählt. In der Nacht ist es nämlich mit Temperaturen um 5°C schon sehr kühl. Wenn hingegen die Sonne scheint, ist es recht heiß und das Baden, eher Liegen in der Lagune, angenehm frisch.
Duschen gab es nach dem Baden auch. Allerdings waren nur 30 Sekunden Duschzeit pro Person vorgesehen.
Auf dem Weg nach Chacabuco hielten wir kurz an diesem Kunstwerk „Mano de desierto Atacama“ an. Bemerkenswerterweise stand an der Einfahrt ein Eisverkäufer mit einer Kühltasche und so schleckten erst einmal ein Eis.
Chile hatte bis in die 1930er Jahre die Monopolstellung bei der Salpeterförderung in der Welt. Die Herstellung von künstlichem Nitrat durch deutsche Chemiker, infolge des Handelsembargos nach dem 1.Weltkrieg, führte zum Zusammenbruch der Salpeterindustrie. Wo zu Zeiten des Salpeter-Booms in der Atacamawüste sogenannte „Oficinas“, Wüstenstädte standen, in denen bis zu 10000 Tagelöhner arbeiteten und wohnten, stehen heute nur noch Ruinen.
Eine solche Geisterstadt „Oficina Chacabuco“, heute Museum, besuchten wir und konnten dort auch gleich in unserem Camper übernachten.
Dampferzeugung, der Brennstoff musste von weither herangefahren werdenStromerzeugungTheater, Kino, Kultursaal
befindet sich auf dem Cerro Paranal (2635 m) in der Atacamawüste in Chile.
Der meist wolkenfreie Standort ermöglicht an mehr als 300 Tagen im Jahr die Himmelsbeobachtung. Die Luft ist trocken und es herrscht eine ruhige Luftströmung. Insgesamt gibt es 9 Teleskope: 5 größere, 4 kleinere und ein Rechenzentrum. In diesem werden die riesigen Datenmengen verarbeitet.
Die 5 großen Teleskope können gleichzeitig zur Beobachtung eines Objektes genutzt werden.
Dabei erhöht sich die Auflösung um das 25-fache! Der Spiegeldurchmesser des größten Teleskops beträgt 8,20 m. Der bewegliche Teil wiegt über 420 t und kann vibrationsfrei horizontal und vertikal bewegt werden.
Das ist notwendig, da es bis zu 1 Stunde dauert, bis die notwendige Lichtmenge „eingefangen“ wird und da sich die Erde in dieser Zeit um ihre Achse weiterdreht. Die durch die Erdanziehung beim Schwenken auftretende Verbiegung des Spiegels wird durch mechanische Tastfinger korrigiert.
Die Geräte sind so empfindlich, dass schon das Einschalten eines Handydisplays in der Nähe der Teleskope die Beobachtung negativ beeinträchtigt. Das Dach des Hotels „La Residencia“ auf dem Gelände wird deshalb abends vollautomatisch abgedunkelt.
Ein paar Kilometer weiter, auf dem Cerro Armazones, wird zur Zeit das ELT (Extra Large Telescop) mit einem Spiegeldurchmesser von 39 m gebaut. Die Baukosten betragen ca. 1,1 Milliarden Euro!
PS: Diese beiden aus den USA stammenden Steine gehören hier nicht hin. Sie sind Requisiten für die Filmaufnahmen des James Bond Films „Ein Quantum Trost“. Der Rücktransport in die Vereinigten Staaten war zu teuer und so ließ man sie als Geschenk zurück.
Den ESO-Hauptsitz in Garching bei München kann man besuchen, ohne nach Südamerika reisen zu müssen!
Die Spanier brachten nicht nur den Wein, sondern auch die Oliven nach Chile. Da wir kaum noch Olivenöl hatten, lag es nahe, eine Olivenplantage aufzusuchen. Die Plantage von Daisy Rojas im Huascotal ist seit vielen Generationen in Familienbesitz und einige Olivenbäume sind fast 500 Jahre alt.
Nach einem informativen Rundgang über die Plantage mit alten Gerätschaften
und kleinen Olivenbäumen verschiedener Sorten aus verschieden Ländern,
ging es zur Verkostung.
Mit einem Mix aus Englisch, Spanisch und Improvisation versuchte uns Daisy etwas über Herstellung, Geruch und Geschmack der verschiedenen Oliven zu vermitteln. Uns hat die Tour viel Spaß gemacht und natürlich haben wir auch ihre Produkte gekauft.
Nicht die Franzosen brachten den Wein nach Chile, sondern schon die spanischen Eroberer im 16.Jahrhundert. Dies und noch Vieles mehr haben wir im Weinmuseum in Santa Cruz im Colchaguatal erfahren.
Erst am Anfang der 1980er-Jahre mit der Einführung moderner Weinproduktionsmethoden, das heißt die Verwendung von temperaturkontrollierten Edelstahltanks, gelang Chile der Aufstieg zum anerkannten Weinland. Bei „Jacques-Weindepot“ haben wir die ein oder andere Flasche Wein aus dem Centralvalley oder dem Colchaguavalley gekauft und mit viel Genuss getrunken.
Unseren ersten Weinstopp legten wir im Mauletal ein. Auf ein Verkostung beim Weingut Balduzzi haben wir verzichtet und stattdessen 6 Flaschen (1 Rose, 1 Chardonnay und 4 unterschiedliche Rotweine) einpacken lassen. (in Chile gilt die Promillegrenze 0,0). Nach dem Kauf ging es weiter ins Tal hinein zum „Agroturismo-Camping“. Wieder einmal waren wir die einzigen Gäste, wurden umso herzlicher begrüßt und mit Bananen beschenkt, obwohl uns Weintrauben, Feigen, Pfirsiche, Katzen und Tomaten förmlich in den Mund fielen.
Die verkosteten Balduzziweine schmeckten uns sehr gut.
Was wir uns keinesfalls entgehen lassen wollten, war ein Besuch auf dem Weingut „Montes Alpha“ mit Besichtigung der Weinhänge, des Weinkellers und einer Verkostung.
Die Einrichtung war sehr modern und durchgestylt. Die verkosteten Spitzenweine (im Marketing auch „ikonische Wein“ genannt) sind schon etwas Besonderes. Die Preise sind natürlich auch besonders (hoch).
Das Weingut „Neyen“ hat sich ökologischen Weinbau, ohne den Einsatz von Pestiziden, auf die Fahne geschrieben. Wir übernachteten direkt vor dem Tor und waren somit morgens die ersten Gäste.
Insgesamt sinkt der Absatz von Weinen weltweit und das bekommen auch die Weingüter in Chile zu spüren. Die wenigsten Weingüter sind noch, wie es ursprünglich war, in Familienbesitz, sondern sie gehören großen internationalen Firmen.
In Chile gibt es 138 Vulkane. Auch der höchste Vulkan der Welt, der „Ojos del Salado“ mit 6893 m Höhe, befindet sich in Chile. Ganz so hoch wollten (konnten) wir nicht hinaus. Für heute hatten wir uns aber immerhin die Besteigung des Vulkans Villarica (2847 m), des aktivsten und somit gefährlichsten Vulkans in Chile, vorgenommen.
Blick auf den Vulkan Villarica von Pucon aus
Treffpunkt war um 6:15 Uhr im Stützpunkt des Touranbieters.
Die komplette Ausrüstung wurde gestellt und war schon im Rucksack verpackt.
Wir mussten nur unsere Verpflegung dazu packen und konnten dann sofort mit dem Tourbus losfahren. Endstation war die Talstation eines alten Sesselliftes in 1232 m Höhe.
Erstaunlicherweise wollten fast alle Wanderer mit dem Sessellift fahren. Das kam für uns nicht in Frage. Und so marschierten wir mit Matthi unserem Bergführer und Carlos aus Puerto Rico los. Wir lernten dabei, dass Puerto Rico, gegen den Willen der meisten Bewohner, ein Außengebiet der USA ist. Der Aufstieg, immerhin 1600 Höhenmeter, verlief bei bestem Bergwetter ohne Probleme und wir genossen die phänomenale Aussicht auf die umliegenden Berge, Vulkane und Seen.
Rechts der Vulkan „Lanin“ auf der Grenze zu Argentinien fast 1000 m höher als der Villarica
Oben angekommen konnten wir einen Blick in den Schlund des Vulkanes werfen. Da er nur wenig rauchte, haben wir die Atemschutzmasken nicht benutzen müssen.
Hinunter ging es über die Schneefelder auf dem Hosenboden, besser „Arschleder“ und einem kleinen Plastikschlitten. Gebremst wurde klassisch mit den Fersen und dem Eispickel.
Ausgeklungen ist der Tag nach 12 Stunden bei einem Bier im Garten des Touranbieters und später an unserem Lagerfeuer mit Steak und Kartoffelsalat a la Mutti.