Eigentlich hatten wir mit dem Verlassen von Whistler auch mit dem Winter abgeschlossen. Aber meistens kommt es ja anders, als man denkt:
Das herausragende Merkmal der 3 Joffre-Seen ist ihr besonders blau schimmerndes Wasser. Das wollten wir uns ansehen. Schon auf dem Wanderparkplatz war klar, es herrschen noch sehr winterliche Verhältnisse.
So, oder so ähnlich sollte es aussehen:
So sah es aus:
Kein See (im Vordergrund), nur der Gletscher im Bild oben leuchtete blau. Zusätzlich haben wir Bekanntschaft mit der örtlichen Vogelwelt gemacht. Nein, wir füttern keine Wildtiere! Aber sobald wir unsere Müssliriegel ausgepackt hatten, waren die Vögel da und zwar ziemlich aufdringlich.
Sabine hat einen Vogelund ich auch…
Sobald wir die Rucksäcke wieder zu hatten, waren auch die Vögel verschwunden.
Der Ort Kamloops am Hwy 1 hat nicht wirklich viel zu bieten, bis auf den BC Wildpark. Das Besondere gegenüber einem Zoo ist, dass hier verletzte einheimische Tiere und Tiere die nicht mehr ausgewildert werden können, ein Zuhause haben. Einige davon haben wir schon in freier Wildbahn gesehen, aber bisher noch keine Eule und keinen Bären.
Eine Eule mit offenen Augen zu fotografieren, war schon eine Herausforderung.
Zwei Grizzlys waren bereits aus der Winterruhe erwacht. Die Schwarzbären hingegen schliefen noch.
Einer kam so nah ans Gitter, dass wir seinen Atem spüren konnten.
So nah möchten wir bei unseren Wanderungen keinem Bären kommen. Erste Bärensichtungen des Jahres gab es im Banff NP. Zur Sicherheit haben wir in unserem Lieblingsbaumarkt „Canadian Tire“ Bärenspray gekauft.
Dabei wurden wir registriert und ausgiebig belehrt. Wir sollen auf keinen Fall Menschen besprühen. Wie wir dem Bären das Zeug in die Augen und in die Nase sprühen sollen, ohne uns selbst zu besprühen, blieb unklar. Alternativ kann man beim Wandern Krach auch machen: immer reden, singen, pfeifen, Glöckchen bimmeln lassen…
„Trestle“, was ist das? Der Google Übersetzer sagt: das Gestell, der Bock, das Gerüst.
Hier ist die Auflösung: Holzbrücken für die Eisenbahn. Anfang 2003 wurden die 16 Holz- und 2 Stahlbrücken in die Liste der geschützten Gebiete in Kanada aufgenommen. 7 Monate später sind die Brücken einem verheerenden Waldbrand zum Opfer gefallen. Innerhalb von 2 Jahren wurden sie wieder aufgebaut und sind heute ein Naherholungsgebiet zum Wandern und Radfahren. Die beiden Stahlbrücken sind viel breiter als die Holzbrücken. Warum?
Ganz einfach: um den Bahnbetrieb nicht für längere Zeit unterbrechen zu müssen, wurden diese um die vorhandenen Holzbrücken herum gebaut.
Und warum haben die Holzbrücken diese Ausbuchtungen? Ein Aussichtspunkt für die Touristen etwa? Nein, dort standen die Fässer mit Wasser, um ggf. einen von den Dampflokomotiven verursachten Brand schnell löschen zu können.
Wir blieben für die Nacht gleich auf dem Wanderparkplatz stehen und wurden mit einem eindrucksvollen Sonnenuntergang belohnt.
Bei unserer Weinverkostung beim „Sperling“ im Okanagan Valley haben wir erzählt, dass wir für ein paar Tage nach Whistler zum Skilaufen wollen. Das sorgte für reichlich Unverständnis: „Warum fahrt ihr nicht nach Big White Mountain? Das ist nur ca. 45 Minuten von Kelowna entfernt und Ski fahren könnt ihr dort super.“ Wir nahmen den Rat an und fuhren ins Big White Mountain Ski Ressort. Ins Hotel wollten wir nicht, obwohl man von jeder Hoteltür ins Skigebiet starten kann. Wir sind Camper (!) und für uns musste der etwas schlammige Parkplatz des Dorfliftes genügen.
Es gab 8 beheizte Toiletten mit warmen Wasser.
Und geheizt sind wir nach einem ganzen Winter Corona-Auszeit ganz ordentlich. Das Skigebiet liegt auf 1500 bis 2300 m. Es gibt nur Naturschnee, keine Schneekanonen. Ein Einheimischer erzählte uns, dass typischerweise um diese Jahreszeit 3,5 m Schnee liegen, aber in diesem Jahren 1,5 m fehlen. Die Bedingungen waren trotzdem traumhaft, toller Schnee bis zum Nachmittag, kein Anstehen und leere Pisten. Gefahren wird, typisch amerikanisch, innerhalb der Grenzen des Skigebietes überall, also auch zwischen den Bäumen und ganz legal außerhalb der Pisten. Manchmal liegt ein junger Felsen ohne Vorwarnung mitten auf der Piste, aber an Einmündungen wird angezeigt, wohin man blicken soll.
Nach dem Skitag war natürlich eine Stärkung erforderlich.
Wir sind ja nicht mehr die Jüngsten und es heißt ja nicht umsonst: „Ohne Verpflegung keine Bewegung“.
Geht es um kostenloses Übernachten im Wohnmobil, sind die Parkplätze der Supermarktkette Walmart die erste Adresse.
Der Gründer von Walmart Sam Walton war selbst ein begeisterter Campingfreund und soll in seinem Testament verfügt haben, dass Camper von den Parkplätzen der Walmartkette nicht verscheucht werden sollen.
Allerdings nehmen auch beim Walmart die Campingverbote zu. Schön im Grünen gelegen und ruhig sind sie auch nie. Um nicht am falschen Platz zu stehen, befragt man am besten die App „iOverlander“. Dort sind viele Orte, an denen man frei stehen kann, vermerkt. Privatland ist immer absolut tabu, aber im „öffentlichen Land“ verwaltet vom Bureau of Landmanagement ist Camping fast immer erlaubt. Einige Male haben wir aus der Not heraus auch auf Parkplätzen von Spielcasinos übernachtet. Dazu muss man sich beim Sicherheitsdienst anmelden. Auf die Frage hin, ob wir für eine Nacht bleiben können antwortete der Mann von der Security: „Yes Sir, follow me“
und wir wurden umgehend an einen sicheren Platz geleitet. Glücksspiel ist in den USA nur in wenigen Bundesstaaten erlaubt. Die Casinos welche wir kennengelernt haben, standen auf der grünen Wiese im Indianerland. Neben dem Casino gab es meistens ein Hotel mit Spa-Bereich. Gezockt haben wir nicht (wir wissen auch nicht wie es geht und geben unser Geld für Bier aus). Aber die Pizza war hervorragend. Getankt haben wir dann auch noch.
Preise in US$ pro Gallone bei Barzahlung, Diesel also ca. 1,05 € pro Liter.