Archiv des Monats: März 2025

Das Leben ist zu kurz, um schlechten Wein zu trinken.

Nicht die Franzosen brachten den Wein nach Chile, sondern schon die spanischen Eroberer im 16.Jahrhundert. Dies und noch Vieles mehr haben wir im Weinmuseum in Santa Cruz im Colchaguatal erfahren.

Erst am Anfang der 1980er-Jahre mit der Einführung moderner Weinproduktionsmethoden, das heißt die Verwendung von temperaturkontrollierten Edelstahltanks, gelang Chile der Aufstieg zum anerkannten Weinland. Bei “Jacques-Weindepot” haben wir die ein oder andere Flasche Wein aus dem Centralvalley oder dem Colchaguavalley gekauft und mit viel Genuss getrunken.

Unseren ersten Weinstopp legten wir im Mauletal ein. Auf ein Verkostung beim Weingut Balduzzi haben wir verzichtet und stattdessen 6 Flaschen (1 Rose, 1 Chardonnay und 4 unterschiedliche Rotweine) einpacken lassen. (in Chile gilt die Promillegrenze 0,0). Nach dem Kauf ging es weiter ins Tal hinein zum “Agroturismo-Camping”. Wieder einmal waren wir die einzigen Gäste, wurden umso herzlicher begrüßt und mit Bananen beschenkt, obwohl uns Weintrauben, Feigen, Pfirsiche, Katzen und Tomaten förmlich in den Mund fielen.

Die verkosteten Balduzziweine schmeckten uns sehr gut.

Was wir uns keinesfalls entgehen lassen wollten, war ein Besuch auf dem Weingut “Montes Alpha” mit Besichtigung der Weinhänge, des Weinkellers und einer Verkostung.

Die Einrichtung war sehr modern und durchgestylt. Die verkosteten Spitzenweine (im Marketing auch “ikonische Wein” genannt) sind schon etwas Besonderes. Die Preise sind natürlich auch besonders (hoch).

Das Weingut “Neyen” hat sich ökologischen Weinbau, ohne den Einsatz von Pestiziden, auf die Fahne geschrieben. Wir übernachteten direkt vor dem Tor und waren somit morgens die ersten Gäste.

Insgesamt sinkt der Absatz von Weinen weltweit und das bekommen auch die Weingüter in Chile zu spüren. Die wenigsten Weingüter sind noch, wie es ursprünglich war, in Familienbesitz, sondern sie gehören großen internationalen Firmen.



Vulkane in Chile

In Chile gibt es 138 Vulkane. Auch der höchste Vulkan der Welt, der “Ojos del Salado” mit 6893 m Höhe, befindet sich in Chile. Ganz so hoch wollten (konnten) wir nicht hinaus. Für heute hatten wir uns aber immerhin die Besteigung des Vulkans Villarica (2847 m), des aktivsten und somit gefährlichsten Vulkans in Chile, vorgenommen.

Blick auf den Vulkan Villarica von Pucon aus

Treffpunkt war um 6:15 Uhr im Stützpunkt des Touranbieters.

Die komplette Ausrüstung wurde gestellt und war schon im Rucksack verpackt.

Wir mussten nur unsere Verpflegung dazu packen und konnten dann sofort mit dem Tourbus losfahren. Endstation war die Talstation eines alten Sesselliftes in 1232 m Höhe.

Erstaunlicherweise wollten fast alle Wanderer mit dem Sessellift fahren. Das kam für uns nicht in Frage. Und so marschierten wir mit Matthi unserem Bergführer und Carlos aus Puerto Rico los. Wir lernten dabei, dass Puerto Rico, gegen den Willen der meisten Bewohner, ein Außengebiet der USA ist. Der Aufstieg, immerhin 1600 Höhenmeter, verlief bei bestem Bergwetter ohne Probleme und wir genossen die phänomenale Aussicht auf die umliegenden Berge, Vulkane und Seen.

Rechts der Vulkan “Lanin” auf der Grenze zu Argentinien fast 1000 m höher als der Villarica

Oben angekommen konnten wir einen Blick in den Schlund des Vulkanes werfen. Da er nur wenig rauchte, haben wir die Atemschutzmasken nicht benutzen müssen.

Hinunter ging es über die Schneefelder auf dem Hosenboden, besser “Arschleder” und einem kleinen Plastikschlitten. Gebremst wurde klassisch mit den Fersen und dem Eispickel.

Ausgeklungen ist der Tag nach 12 Stunden bei einem Bier im Garten des Touranbieters und später an unserem Lagerfeuer mit Steak und Kartoffelsalat a la Mutti.

Manche mögen’s heiß

In der Gegend, wo wir gerade sind, gibt es eine Reihe von Vulkanen und damit auch unzählige heiße Quellen. Manche der Thermen sind nur per Boot oder mit einem Allradfahrzeug erreichbar. Wir hatten uns die “Termas Geometricas” ausgesucht. Entworfen hat sie der chilenische Architekt German del Sol. Er ist dafür bekannt, dass die von ihm entworfenen Objekte gut in ihre natürliche Umgebung passen. Um zur Therme zu gelangen mussten wir 27 Kilometer Schotterpiste durch den Urwald fahren. Der Eintrittspreis von umgerechnet 48 Euro (pro Nase) war kein Schnäppchen. Die 500 m lange Anlage war in eine Bergschlucht gebaut. Über Holzstege konnte man die 18 “natürlichen” Becken mit unterschiedlichen Temperaturen erreichen.

Nachdem wir alle ausprobiert hatten, wechselten wir nur noch zwischen einem Becken mit 46°C

und dem Wasserfall zur Abkühlung mit 9°C.