Archiv des Monats: Februar 2025

Ein Tag am Vulkan Osorno

Der Osorno ist 2652 m hoch. Das letzte Mal ist er im Jahr 1869 ausgebrochen und er sieht ein bisschen aus aus wie der Fujijama (3776,24 m) in Japan, nur nicht ganz so hoch.

Wir verbrachten die Nacht am Fuße des Vulkans, nahmen ein morgendliches erfrischendes Bad im Llanquihue-See mit Blick auf den Vulkan.

Dann fuhren wir zur Talstation des Skigebietes auf den Berg und frühstückten zunächst mit einer herrliches Aussicht auf den gesamten See und die Umgebung.

Den Lift ließen wir links liegen und stiegen aus eigener Kraft 830 Höhenmeter hinauf. Die Aussichten auf den Vulkan und den im Tal liegenden See wechselten förmlich im 10-Sekundentakt, mal dichte Wolken und kurz später blauer Himmel und Sonnenschein.

Nach einem schönen Tag gab es zum Abendbrot am See Papas, Chucrut und Kassler (Kartoffeln, Sauerkraut und Kassler).



Chiloé-Archipel

Das Chiloé-Archipel besteht neben der Hauptinsel aus aus ca. 100 weiteren, teilweise unbewohnten Inseln. Die Hauptinsel Chiloé ist nach Feuerland die zweitgrößte Insel Chiles. Chiloé hat eine ganz eigene, maritim geprägte Kultur und unterscheidet sich auch kulinarisch vom Rest des Land.

“Curanto” ist ein traditionelles Gericht von der Insel Chiloé . Es wird zubereitet, indem man Fleisch, Wurst, Meeresfrüchte und Gemüse in einem Erdloch auf heißen Steinen gart.

In vielen Restaurants findet man Speisen mit dem Zusatz “a lo pobre” (für Arme). Meist gibt es dann 2 Spiegeleier zusätzlich zum eigentlichen Hauptgang und 1 oder 2 Beilagen sind inklusive. “Curanto al lo pobre” (gegart im Wasserbad) sieht so aus:

Oft kann man sich auch etwas dazu verdienen:

Ein paar Minuten den Spieß drehen, geht ganz schön in die Arme, man glaubt es nicht! Typisch für die Insel sind die bunten Pfahlbauten und die historischen Holzkirchen an verschiedenen Orten wurden sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt.

Da Holz nicht so witterungsbeständig ist und es auch schon zu Bränden kam, sieht man heute die dritte, vierte oder auch fünfte Kirche, welche auch gleicher Stelle wieder aufgebaut oder restauriert wurde.

Ursprünglich dienten die Kirchen dazu die indigene Bevölkerung zu christianisieren. Typischerweise werden Elemente aus dem Schiffbau verwendet. Die Decken sind rund und ähneln Schiffsrümpfen.



Pumalin Nationalpark, weltweit größter privater Naturpark

Die richtige Bezeichnung des Parks ist “Pumalin Douglas Tompkins National Park”. Der US-amerikanische Millionär und Naturschützer Douglas Tompkins, Mitbegründer der Firmen “The North Face” und “ESPRIT”, hat im Jahr 1991 ca. 17000 Hektar Wald gekauft, um die vom Kahlschlag bedrohten Alerce-Bäume (Lärchen) zu retten.

Einige Exemplare sollen 6000 Jahre alt sein. Mittlerweile umfasst der Park eine Fläche von fast 1 Million Hektar und hat Vulkane, heiße Thermen, Gletscher, Seen, wilde Flüsse und Regenwald (Urwald).

Im Jahr 2004 ging der Park als Schenkung an den chilenischen Staat mit der Auflage, dass der Parkbesuch kostenlos bleibt. Der Park ist in mehrere Sektoren unterteilt. Wir sind “überall” gewandert

und sind begeistert von der Vielfalt der Natur.



Es rumpelt und scheppert

Die Straßen oder besser gesagt Schotterpisten im Süden von Chile und Argentinien beanspruchen alle Autos, Busse und Lastkraftwagen besonders stark. Kurz vor Ende einer Tagesetappe nahm das Scheppern und Krachen in unserem Gespann noch einmal erheblich zu. Eine Luftfeder verlor permanent Luft. Auch ständiges Nachpumpen half nicht. Wir retteten uns in Schrittgeschwindigkeit gerade so in den nächsten Ort. Ein Autowerkstatt gab es dort nicht. Diese war ca. 200 km entfernt. Nach Rücksprache mit unserer Werkstatt in Deutschland haben wir selbst versucht eine Undichtigkeit vielleicht an einer Verschraubung zu finden. Erst beim zweiten Hinschauen fiel uns auf, dass 2 Halterungen für die Ladefläche gebrochen waren und die Luftleitung komplett abgequetscht hatten.

Ohne Werkstatt hatten wir keine Chance den Schaden zu beheben. Auf dem Campingplatz vereinbarten wir, dass unsere Wohnkabine in einer relativ windgeschützten Ecke ein paar Tage stehen bleiben kann.

Auf der Suche nach einer Werkstatt hat uns Felipe vom Campingplatz geholfen. Am Freitagmorgen machten wir uns nur mit dem Pickup auf den Weg. Für die 220 km haben wir 5 Stunden gebraucht. Die Halterungen wurden geschweißt und die Ladefläche wieder verschraubt. Da wir kein spanisch sprechen und die Jungs von der Werkstatt kein englisch, war es etwas schwierig die Reparatur der Luftleitung zusätzlich zu veranlassen. Das abgequetschte Stück wurde herausgeschnitten und durch eine Kupplung und ein Stück PVC Schlauch ersetzt. Leider hielt die Luft immer noch nicht. Die Suche ging weiter und es wurde ein neues Anschlussstück an der Luftfeder montiert.

Augenscheinlich hielt die Luft. Außerdem war Feierabend und Wochenende und wir verließen die Werkstatt. Nach 1 bis 2 Stunden war die Luft weg und wir beschlossen für 2 Nächte ein Hotelzimmer auf halber Strecke zwischen Werkstatt und Wohnkabine zu nehmen, um dort das Wochenende zu verbringen und zu wandern. Montag früh fuhren wir zurück in die Werkstatt. Leider gab es noch andere Notfälle und wir mussten bis zum späten Nachmittag auf einen weiteren Reparaturversuch warten. Die eigentliche Reparatur dauerte dann 10 Minuten.

Das bei der ersten Reparatur verwendete Teflonband dichtete nicht richtig ab und von einem O-Ring war nichts zu sehen.

PS: Heute sind wir 120 km Schotterpiste mit Waschbrett und ordentlich Löchern gefahren. Die Luft hält.

Die Gauchos fahren hier Motorrad mit einem Sattel und Steigbügel. Sie sind es eben so gewohnt:



Faszination aus Wasser und Stein

Der Lago General Carrera ist nach dem Titicacasee in Peru der zweitgrößte See Südamerikas.

In der Sprache der Tehuelche Indigenas heißt er “Chelenko” (stürmisches Wasser).

Eine Attraktion des Sees sind die Marmorhöhlen in der Nähe von Puerto Rio Tranquilo. Marmor entsteht aus Kalkstein durch hohen Druck (verursacht durch Eismassen) und hohe Temperaturen (vulkanische Aktivitäten). Strömungen und Wellen des See haben den Marmor geformt und ein Meisterwerk aus Stein, Farbe und Licht geschaffen.

Mit dem Motorboot zu fahren, war für uns keine Option.

Die Kajaks, welche wir bekamen glichen dann eher kleinen Nussschalen. Dafür waren sie recht wendig und Luis unser Guide sehr nett und bemüht.

Der See ist fast 600 m tief!



Zum Aussichtspunkt “Laguna Cerro Castillo”

Der Nationalpark “Cerro Castillo” macht dem viel bekannteren Nationalpark “Torres del Paine” Konkurrenz.

Der Park ist bei weitem nicht so überlaufen, aber auch sehr beeindruckend. Zum Ausgangspunkt der Wanderung mit Rangerstation kann man nur mit einem Allradfahrzeug fahren, alternativ muss man 5 Kilometer “hinhatschen” und am Abend auch wieder zurück. Glück im Unglück, wir waren auf dem Rückweg von der Autowerkstatt in Coyhaique und ohne Wohnkabine unterwegs. So kamen wir gut zum Startpunkt, wurden registriert, belehrt und unterschrieben, dass wir fit genug sind für den Aufstieg. Die letzten 1,5 km zur Lagune waren leider wegen Sturm, Schnee und Kälte gesperrt.

Schade! Der Ausblick ins Tal war trotzdem beeindruckend.